Meine kleine persönliche Musikgeschichte

 

Neunzehnhundertzweiundsechzig/1962 – was für ein Jahr!

 

Ich erblickte das Licht der Welt und bekam natürlich nicht mit, wie Elvis Presley, The Beatles, The Rolling Stones, The Kinks und unglaublich viele andere Bands und Interpret*innen anfingen Rock-Geschichte zu schreiben.

 

 

Neunzehnhundertneunundsechzig/1969 – in Bethel, White Lake/USA startete das legendäre Open-Air- Musikfestival „Woodstock“. Vor 400.000 Besucher*innen traten 32 Bands und Solokünstler der Musikrichtungen Folk, Rock, Psychdelic Rock, Blues und Country auf, darunter Stars wie Jimi Hendrix, Janis Joplin, The Who und viele andere.

 

Zu dieser Zeit lag ich zwar nicht mehr in den Windeln, doch waren meine Ohren noch nicht bereit für diesen Groove. Aber wer kann schon sagen, ob nicht bereits die Musik der 60er (und beginnende 70er Jahre) meiner kindlichen Seele ihren „Geist“ einhauchten? Aber jetzt hörte ich erst einmal Heintje, Roy Black und Co. aus Oma und Opas Musiktruhe.

 

 

Lange hörte ich mir das nicht an. Ich baute meine eigene Musiksammlung auf.

 

Bereits 1978 hörte ich meinen Musiklehrer bei einer Schulfeier sagen was ich doch für eine vielfältige Musiksammlung hätte. Ich bin 15 und lege schon Platten auf. Ich erinnere mich an Platten von K- tel International und Arcade Records. Alle samt Sampler oder Greatest Hits. Natürlich gehörte das Rote und Blaue Album der Beatles, die sich gerade auflösten, genauso in meine Sammlung, wie Jimi Hendrix und Elvis Presley, die zu diesem Zeitpunkt leider schon in den Musiker-Himmel aufgestiegen waren.

 

 

Mein erstes eigenes Musik-Equipment war ein leuchtend gelber Plattenspieler. Der Deckel des Geräts war gleichzeitig der Lautsprecher (ähnlich wie bei „Mister Hit 71“ von „Telefunken“). Ergänzt wurde das Gerät durch einen Kassetten Rekorder. Meine Schwester hatte das Kofferradio dazu und ich saß Stunde um Stunde vor diesem Teil um die neusten 70er-Jahre Hits, möglichst in voller Länge, aus diversen Radiosendungen des WDR mitzuschneiden. Mensch, wie viel Zeit ich damit verbrachte! Aber jede Minute war es wert!

 

 

Das war die Zeit in der ich anfing mich musikalisch zu sozialisieren. Ich verzichte an dieser Stelle darauf eine Liste der Bands und Genres zu erstellen, weil sie endlos sein würde.

 

Den gelben Plattenspieler konnte ich irgendwann durch eine Stereoanlage mit Kassettendeck, Plattenspieler und Receiver ersetzen. In den 80er kam dann mein erster CD-Player dazu. Zu der Zeit lief bei mir musiktechnisch alles parallel: Schallplatten, Audio-Kassetten, Compact Discs. Mitte der 80er Jahre gehörte ich einer Gruppe Frauen an, die Frauen-Discos veranstalteten. Das war in Oberhauen/NRW. Namen wie Ruhrwerkstatt, Zentrum Altenberg und Fabrik K14 waren allein schon Programm in der „alternativen Szene“ der Stadt. Ich hatte dabei unglaublichen Spaß.

 

In den 90ern, inzwischen beruflich in Frankfurt am Main gelandet, war damit erst einmal Schluss. Aber meine Liebe zur Musik – mein persönliches Musikprogramm - hörte nie auf.

 

Trotzdem gab ich in dieser Zeit, aus heutiger Sicht völlig unnötig, meine Plattensammlung auf. Sie wurde immerhin von einem privaten Sammler aufgekauft, der sehr begeistert war und einen fairen Preis dafür zahlte.

 

Was würde ich heute darum geben meinen alten DUAL-Plattenspieler wiederzuhaben und die damalige Plattensammlung noch einmal hören zu können.

 

Mit den 60er, 70er und 80er Musik-Highlights trat ich ins Erwachsenenalter ein. Seitdem höre ich privat Blues/Jazz neben Singer-Song-Writern, Weltmusik, Rock 'n' Roll, Rock-Pop, Folkmusik, Klassik, Soul/Funk (um nur etwas zu benennen) und alle stilistischen Nachfolger und Subgenres, die ich meistens nicht richtig auseinander halten kann. Die Grenzen sind ja oft fließend. Daraus ergibt sich mein ganz eigener Musikgeschmack.

 

Musik die Trost, Energie und Lebensfreude spendet. Es gibt Songs, bei denen sich eine Vielfalt von Gefühlen einstellt, sei es durch Erinnerung an ein Erlebnis, eine alte Liebe oder ein Ort an dem ich ein Lied zum ersten Mal hörte.

 

Egal welches Genre, egal aus welcher Zeit die Musik entspringt, bringt sie uns zum Tanzen, zum Singen, sie beruhigt die Gemüter oder bringt sie zum Überschäumen.

 

Musik ist Leben.